Stillen ist nicht die einzige Möglichkeit, eine gute Beziehung zum Baby herzustellen, jedoch eine, bei der das Gefühl aufkommen kann, selbst auch vom Lebensstrom, der in der gesamten natürlichen Schöpfung und in der menschlichen Liebe zum Ausdruck kommt, durchflossen zu sein. Bei manchen Frauen tritt dieses Gefühl niemals auf, doch für andere ist es lebendige Realität. 

Sheila Kitzinger

Stillen und Medikamente

Fast alle Medikamente sind mit dem Stillen vereinbar. Sollte Ihr Arzt meinen, dass Sie abstillen oder abpumpen und die Muttermilch verwerfen müssen, kontaktieren Sie selbst oder drängen Sie darauf, das embryonaltoxikologische Institut zu kontaktieren oder die Internetseite www.e-lactancia.org, um sicher zu sein, dass hier keine Fehlentscheidung getroffen wird- was leider SEHR häufig vorkommt! 

Zwillinge-Mehrlinge-Geschwister stillen (Tandemstillen)

copyright A. Siems
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Wenn mehrere Kinder gleichzeitig an der Brust gestillt werden, dann nennt man das Tandemstillen. Es kann sich um Mehrlinge handeln, oder auch um Geschwister unterschiedlichen Alters. Auch wenn es in unserer heutigen Gesellschaft ungewöhnlich ist, so ist es für die Kinder eine wunderbare Sache, denn beide bekommen gleichzeitig Nähe, gesunde Nahrung und Hautkontakt mit der Mama, was den Geschwistern sehr zugute kommt und Eifersüchteleien vorbeugt.

Stillt man Zwillinge, so scheint sich die Organisation oft schwierig zu gestalten, mit etwas know-how und der Hilfe einer Stillfachperson, ist es aber gar nicht so schwer, wie es zunächst aussieht.

Lesen Sie hierzu das Kindersachbuch "Das doppelte Mäxchen", Edition Riedenburg, wo viele verschiedene Stillpositionen gezeigt werden. Gleichzeitiges Stillen spart viel Zeit und die Stimulation der Brüste zur selben Zeit regt besonders die Milchbildung an. 

 

Infos auch: Masaracchia R.: "Gestillte Beduerfnisse", Fidibus Verlag, Gratkowski von M.: "Zwillinge", Gratkowski Verlag

http://shop.stillbuch.at/de/Stillen-Zwillinge

http://shop.stillbuch.at/de/Zwillinge-stillen

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Babys mit besonderen Bedürfnissen stillen

Frühgeborene

Trisomie 21 (Down Syndrom)

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Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Pierre Robin Sequenz

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Alle Infos finden Sie auf meiner gesonderten Homepage: www.stillenbeispalte.de

 

10 Tipps, um ein Baby, das im Krankenhaus liegt, erfolgreich zu stillen 

 

(Übersetzung in Arbeit!)

Providing milk for your baby in the Hospital is a step-by-step process. If you follow the 10 steps below, you should be able to establish a milk supply and soon, breastfeed your child.

Make the decision to provide milk for your baby

  • Human milk is both food and medicine for your baby.
  • It protects your baby in ways that infant formula cannot.

Establish and keep up your milk supply

  • Pump every two to three hours for a minimum of 8 pumps per 24-hour period.
  • In the first few days of pumping, you will only produce a little bit of breast milk, but it is still important to pump.
  • Write down your pumping times and amounts in a pumping log.
  • By the end of first week, you should be producing 500 to 1000 mLs of breast milk in a 24-hour period.
  • If you are producing less than 500 mLs in 24 hours, talk to your nurse and find out how to make more breast milk.

Label and store your breast milk

  • Label all milk that you pump with your baby’s full name, medical record number, and date and time pumped. All milk will be stored in your baby’s bin in the refrigerator or freezer at the Hospital.
  • Use orange dots to mark the containers of milk (colostrum) that you pumped in the first four days.

Remember to bring fresh milk every day

  • We prefer to use fresh breast milk instead of frozen thawed milk. Fresh milk has more white blood cells.
  • Bring your baby fresh breast milk every day if your baby is being fed. Ask your baby’s nurse how much to bring.

Start skin-to-skin care (kangaroo care)

Start non-nutritive sucking

  • During tube feedings, position your baby skin-to-skin at the breast. Let the baby taste and lick your milk.

Practice breastfeeding as much as possible

  • Once the baby is able to feed by mouth, visit as much as possible so you can practice breastfeeding.
  • The more breastfeeding practice your baby has, the quicker he or she will learn.

Know if your baby is getting enough milk

  • We will weigh the baby before and after breastfeeding to know exactly how much milk the baby takes from the breast.
  • We want you to learn how to do this. It is important to weigh the baby exactly the same way before and after feedings (for example: you cannot change the baby’s diaper).

Get ready for discharge

  • Before going home, come and stay all day or all night to breastfeed “on-demand."
  • You will most likely need a Baby Weigh® scale at home (unless your baby is only breastfeeding before discharge). Call 267-426-5325 at least one day before discharge to rent a scale.
  • Remember to take home your breast milk from the Hospital freezer and refrigerator.

Be patient during your first few weeks at home

  • For the first few weeks at home you need to pump, do pre- and post-weights and possibly give breast milk in bottles a few times each day.
  • Be patient; within a few weeks you will both be in a routine and breastfeeding will be easy.

Quelle: http://www.chop.edu/service/breastfeeding-and-lactation/breastfeeding-basics/10-steps-for-breastfeeding-success.html

Stillwissen

Physiologischer Gewichtsabfall

 

Nach der Geburt haben die meisten Neugeborenen einen leichten Gewichtsabfall, der ganz normal ist. Im Durchschnitt liegt er bei circa 5 %, bei ausschließlich gestillten Neugeborenen zwischen 5 und 7 %. Der maximal tolerierbare Gewichtsverlust wird von Experten mit 10 % des Geburtsgewichtes angegeben und bedarf einer genaueren Beobachtung- auch, was das Stillmanagement angeht. Normalerweise fällt die Gewichtsabnahme im Durchschnitt jedoch nur um circa 1 % geringer aus, wenn früh zugefüttert wird. Zudem besteht bei einer Zufütterung mit künstlicher Säuglingsnahrung die Gefahr, dass natürliche Stoffwechselvorgänge und Adaptationsmechanismen negativ beeinflusst werden.

 

Wenn eine medizinische Zufütterung unerlässlich ist, kann diese im Idealfall mit Muttermilch geschehen, die per Hand oder mittels einer Brustpumpe gewonnen und möglichst nicht mit der Flasche gegeben wird (siehe Saugverwirrung). Bei einzelnen Müttern muss mit einer ungenügenden Milchbildung gerechnet werden. Das ist nach der Geburt aber nicht vorauszusehen. Wenn auch bei optimaler Stilltechnik, viel Hautkontakt und häufigen Anlegeversuchen möglichst unter den Bedingungen des „Rooming-in“ sowie der täglichen Gewichtskontrolle des Kindes ein Gewichtsverlust von etwa 10 % des Geburtsgewichtes erreicht ist, muss eine unzureichende oder verzögerte Milchbildung angenommen werden. Hier besteht eine absolute Indikation für eine Zufütterung des Kindes und zwar nicht in Gestalt von Tee und Zuckerlösungen. Ideal wäre die Zufütterung von Muttermilch (oder Spenderinnenmilch), Ist das nicht möglich muss eine industrielle Milchnahrung für Neugeborene mit allen notwendigen Nahrungsstoffen in Betracht gezogen werden. Bei relativ kleinen Neugeborenen mit Geburtsgewichten unter 3000 g und/oder geringgradig zu früh geborenen Kindern (35 bis 36 Wochen) mit geringeren Energie- und Wasserreserven ist es für Mutter und Kind von Vorteil, wenn bereits ab einem Gewichtsverlust von 7 bis 8 % zugefüttert wird. Eine Zufütterung sollte immer eine ärztliche Entscheidung sein, die den Eltern begründet werden muss. Bei kranken Neugeborenen, unreifen Frühgeborenen und hochgradig untergewichtigen Termingeborenen gelten selbstverständlich andere Richtlinien.

 

Unterzuckerung

Alle bisherigen Kenntnisse über die Physiologie des Neugeborenen sprechen dafür, dass der Energie- und Wasserhaushalt auf das nachgeburtlich langsam zunehmende natürliche Nahrungsangebot eingestellt ist und auch nach einem anfänglichen Abfall des Blutzuckers dieser normalerweise auch ohne Zuckerzufuhr von außen bereits im Alter von zwei Stunden, als Folge der beginnenden hormonellen Eigenregulation des Stoffwechsels, wieder ansteigt. Diese Eigenregulation kann durch die Zufuhr von Zuckerlösungen bei manchen Kindern sogar erheblich gestört werden. Hinzu kommt, dass die hauptsächliche Energiegewinnung beim Neugeborenen durch den Fettabbau erfolgt und sein Gehirn im Gegensatz zum Erwachsenen auch Spaltprodukte des Fettabbaus verbrennen kann. Obwohl der physiologische Ablauf des Stoffwechsels beim Neugeborenen allgemein bekannt sein sollte, ist die wichtigste Begründung einer Zufütterung vor allem von Glukoselösung bei Neugeborenen die vermeintliche Gefahr einer Unterzuckerung. Die Furcht der Unterzuckerung hat sich erheblich verstärkt, seitdem die ursprünglichen Normalwerte für die Glukosespiegel eines Neugeborenen durch die Einführung der Frühfütterung angehoben wurden. Die Ernährung der Neugeborenen in diesen beiden Studien mit früher Zufütterung von Glukose und Milchnahrung sind jedoch als Normalwerte unbrauchbar, weil sie nicht als physiologisch angesehen werden kann. In einer Vergleichsstudie zwischen gestillten und mit Säuglingsmilch ernährten Neugeborenen (jeweils nach Bedarf) hatten die gestillten Neugeborenen geringgradig, aber signifikant, niedrigere Blutzuckerwerte. Einzelne der gestillten Kinder hatten in den ersten drei Lebenstagen Blutzuckerwerte unter der heute angenommenen Grenze von 45 mg/dl.

 

Wichtig zu wissen: Sprechen Sie vor einer Zufütterung mit Flaschennahrung mit einer Stillfachperson und Ihrem stillfreundlichen Kinderarzt.

 

 

Die World Health Organisation (WHO) hat Empfehlungen für medizinische Zufütterungsgründe herausgegeben, wobei unterschieden werden muss zwischen:

  1.  Babys, die mit Muttermilch/Frauenmilch ernährt werden sollten, die aber nicht an der Brust gestillt werden können (Babys, die von ihren Müttern getrennt sind, zu schwache Babys, Babys, die Saugprobleme haben, z.B.  wg. oralen Fehlbildungen). Die Muttermilch kann mittels einer Sonde, oder anderen alternativen Zufütterungsmethoden, gegeben werden.  
  2. Babys, die zusätzlich zur Muttermilch Nahrung bzw. eine Spezialnahrung erhalten müssen (Frühgeborene mit einem Gewicht unter 1500 g oder vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren sind, Babys mit medizinischen Problemen, bei denen ein Risiko für zu niedrige Blutzuckerwerte besteht, bei denen Muttermilch nicht sofort zur Verfügung steht, dehydrierte, fehl- oder unterernährte Babys (bei denen ein Mangel an Muttermilch nicht (sofort) behoben werden kann).    
  3. Babys, die keine Muttermilch erhalten dürfen, sondern bei denen eine spezielle Nahrung angezeigt ist (z.B. Babys mit seltenen Stoffwechselerkrankungen).
  4. Babys für die keine Muttermilch/Frauenmilch zur Verfügung steht (Mutter ist verstorben oder Mütter, die sehr weit entfernt oder nicht in der Lage sind Muttermilch abzupumpen)
  5. Konditionen der Mutter, die das Stillen beeinträchtigen (zu wenig Brustdrüsengewebe, körperlich sehr stark geschwächte Mutter, Medikamenteneinnahme, bei der nicht gestillt werden kann und einige Infektionskrankheiten).
Pumpstillen: Muttermilch wird AN der Brust zugefüttert
Pumpstillen: Muttermilch wird AN der Brust zugefüttert

Zufütterung

 

Um 1900 wurde die, schon vorher bei höheren Ständen geläufige, Praxis des Zufütterns vom Kinderarzt Adalbert Czerny zum Dogma erhoben. Das Neugeborene sollte erst nach 24 Stunden erstmalig angelegt werden. Als Grund wurde die Wahrung einer Erholungspause von Mutter und Kind angegeben. Nach 1960 begann man ein frühes Anlegen bzw. eine Frühfütterung des Neugeborenen dann überall zu empfehlen.

Gleichzeitig wurde zum Schutz vor einer vermeintlichen Azidose (Störung des Säure-Basen-Haushaltes, die ein Absinken des pH-Werts im Blut bewirkt) und Unterzuckerung (Hypoglykämie) auch bei gestillten Kindern in den ersten Lebenstagen eine großzügige Zufütterung von Glukose- und Maltodextrin-Lösungen empfohlen und bis heute überwiegend auch praktiziert. Die Auswirkungen auf den Stillerfolg wurden nicht geprüft, da zu dieser Zeit die Stillfreude in allen Industriestaaten den niedrigsten Stand erreicht hatte.

Heute hingegen weiß man, dass beim Menschen, wie auch allen anderen Säugetieren, eine für das Gedeihen ausreichende Milchsekretion bei der Mutter unmittelbar nach der Geburt einsetzt. Sie ist angepasst an die zunehmende Verdauungskapazität des Neugeborenen. Die wenigen Tropfen der ersten Milch, das sogenannte Kolostrum ist bei gesunden, termingerechten Neugeborenen in den meisten Fällen völlig ausreichend. Nach der Abnabelung steht das Neugeborene mit seinem Stoffwechsel auf eigenen Füßen, doch läuft der innere Motor noch keineswegs auf vollen Touren. Der Energieumsatz beträgt in den ersten zwei bis drei Tagen nur ein Drittel pro kg Körpergewicht im Vergleich zu einem rasch wachsenden Säugling von 4 bis 6 Wochen. Jedem Kinderarzt sollte bekannt sein, dass ein Neugeborenes nach der Geburt ganz ohne Nahrung mehrere Tage ohne Schaden überlebt. Im Alter von vier Wochen ist dies aber kaum mehr als zwei Tage möglich. Quellen des Energiebedarfs sind Reserven, die das Ungeborene in den letzten Wochen der Schwangerschaft in der Leber und im Fettgewebe gespeichert hat, und nur im geringen Maße die erste Milch. Der Stoffwechsel, wie auch der Wasserhaushalt des Neugeborenen, werden durch eine Vielzahl von Hormonen reguliert, die alle nach der Geburt vermehrt ausgeschüttet werden. Neue Untersuchungen bei gesunden, ausschließlich gestillten Neugeborenen in Schweden haben gezeigt, dass der Stoffwechsel auch bei relativ geringer Nahrungszufuhr und einer deutlichen Gewichtsabnahme als völlig ausgeglichen bezeichnet werden kann. So ist es auch ein ganz normales Phänomen der hormonellen Steuerung, dass das Neugeborene am ersten Lebenstag, so gut wie keinen Urin ausscheidet. Eine wichtige Voraussetzung für diesen geringen Bedarf ist allerdings, dass das Neugeborene in den ersten Lebenstagen warm gehalten wird und unnötige Trennungen von der Mutter mit kindlichen Schreiattacken vermieden werden.

Trotzdem quält das Gesundheitspersonal und die Mütter oftmals die Angst, das Baby könne von den „wenigen“ Millilitern Kolostrum nicht satt werden und in den ersten Tagen Hunger leiden. Zusätzlich zum Stillen wird dann mit dem Fläschchen zugefüttert, bis das Baby so richtig satt ist, was wiederum zur Folge hat, dass das satte Baby erst nach mehreren Stunden wieder an die Brust geht. Diese wird wiederum durch das fehlende, häufige Saugen nur unzureichend stimuliert. Schnell entsteht ein Teufelskreis und die Mutter hat tatsächlich zu wenig Milch (siehe Abstillkreis). Auch kommt es vor, dass Wasser und/oder Tees (wie z.B. Kamille- oder Fencheltee) Babys regelmäßig von der ersten Lebenswoche an angeboten werden, in dem Glauben, dass diese den Durst löschen, Schmerzen lindern (z. B. bei Koliken, Ohrenschmerzen), Erkältungen und Verstopfung verhüten oder heilen und Quengeligkeit lindern. Studien haben jedoch gezeigt, dass diese Flüssigkeiten von gesunden Säuglingen im ersten Lebenshalbjahr tatsächlich nicht gebraucht werden, wenn sie voll gestillt werden. Epidemiologische Feldstudien haben bewiesen, dass jede Form einer Zufütterung in den ersten Tagen die Stillrate und die Stilldauer vor allem bei weniger entschlossenen Müttern reduzieren kann. Die Kenntnis des hohen Stellenwertes der Vormilch (Kolostrum) ist heute bekannt. Sie kann vom Neugeborene nur voll ausgeschöpft werden, wenn es frühzeitig und häufig angelegt wird. Das Kolostrum wiederum ist sehr gesund und das häufige Saugen garantiert auch nach der Geburt einen engen Kontakt mit der Mutter.

Die WHO, die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde, wie auch die Deutsche Nationale Stillkommission lehnt eine Zufütterung von gestillten Neugeborenen ohne einen direkten medizinischen Grund ab. Der Verlauf der normalen Anpassung des Stoffwechsels, wie auch des Wasser- und Energiehaushaltes sprechen eindeutig gegen eine routinemäßige Zufütterung bei gestillten gesunden Neugeborenen. Hinzu kommt, dass gerade die Zufütterung von Tee und Zuckerlösungen die Neugeborenengelbsucht verstärken kann. 

 

Infos: Zufütterungstechniken für gestillte Babys

http://shop.stillbuch.at/de/Brusternaehrungsset?x8d24e=hjq0kissd547031c9nhojnap05

 

Das Kind ist während der Zufütterung, mittels Spritze (ohne Nadel!), angelegt
Das Kind ist während der Zufütterung, mittels Spritze (ohne Nadel!), angelegt

Es gibt medizinische Situationen, in denen Stillen nicht oder nur sehr schwer möglich ist, oder sich die Mutter nach Abwägung aller Faktoren dagegen entscheidet, z.B. wegen bestimmter Krankheiten, Behinderungen oder Fehlbildungen des Kindes oder der Mutter. In den meisten Fällen könnte trotzdem gestillt, zumindest teilgestillt oder stillfreundlich zugefüttert werden. Eine Zufütterung sollte das Stillen immer unterstützen und nicht untergraben! Eine frühe Geburt, eine Saugschwäche, Trennung von Mutter und Kind oder Saugverwirrung durch frühe Sauger und Schnullergabe, auch Fehlbildungen und Krankheiten von Mutter oder Kind, Geburtsverspannungen oder ein hormonelles Ungleichgewicht (Fehlfunktionen der Schilddrüse, polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO)) können das volle Stillen vorübergehend verhindern oder einschränken und zu Problemen bei der Milchbildung führen. 

Jeder Tropfen Muttermilch ist kostbar und gesund für Ihr Kind. Jede noch so kurze Stillzeit ist wertvoll und fördert auch die Gesundheit der Mutter!

Der direkte Kontakt mit dem Kind, während des Abpumpens fördert die Milchmenge
Der direkte Kontakt mit dem Kind, während des Abpumpens fördert die Milchmenge

Laut der von UNICEF herausgegebenen Publikation „Facts for Life“ gibt es folgende Möglichkeiten, wenn Zugefüttert werden muss:

Die zweitbeste Lösung ist: Die Mutter pumpt ihre Milch ab und füttert sie alternativ (d.h. an der Brust) oder mit der Flasche.

Die drittbeste Möglichkeit wäre: dem Kind gespendete Frauenmilch zu füttern.

Erst die viertbeste Möglichkeit ist die künstliche Säuglingsnahrung!

  

 

 

 

 

 

 

Schauen Sie das Video: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/168#/beitrag/video/1693074/Überleben-mit-fremder-Muttermilch

http://www.chop.edu/video/breastfeeding-lactation/power-of-pumping.html

Weitere Infos zum Abpumpen, aufbewahren und Transport der Muttermilch:

http://www.bdl-stillen.de/tl_files/bdl/files/eigene_Infoblaetter/infoblatt-aufbewahr.pdf

http://shop.stillbuch.at/de/Aufbewahrung-Muttermilch

 

http://www.still-lexikon.de/69_abpumpen_aufbewahren.html

 

Folgende Punkte sollten Sie zur Unterstützung des Milchspendereflexes zusätzlich beachten:

  • Der Milchspendereflex wird durch Stress blockiert. Daher ist es wichtig, dass sich die Mutter entspannen kann: Sie sollte das Telefon abstellen und die Tür abschließen, evtl. entspannende Musik anmachen und sich warm halten.
  • Das Einhalten eines Rituals kann den Milchspendereflex zusätzlich anregen, z.B. Wärmeanwendungen an den Brüsten oder eine sanfte Brustmassage.
  • Außerdem kann es sehr hilfreich sein, wenn die Mutter direkt neben ihrem Baby pumpt oder, bei einer Trennung, intensiv an ihr Baby denkt, evtl. ein Photo von ihm betrachtet oder an einem Kleidungsstück von ihm riecht.

 

Muttermilchgewinnung

Falls vorübergehend oder dauerhaft nicht gestillt wird, gibt es die Möglichkeit, Muttermilch regelmäßig per Hand zu gewinnen und/oder mittels einer Milchpumpe abzupumpen. Wie man Muttermilch per Hand gewinnt (auch Ausstreichen genannt) lernt man am Besten persönlich von einer Stillberaterin, Freundin oder Hebamme. Stillorganisationen bieten Videos und Broschüren mit Ausstreich-Techniken an. Eine bekannte Technik ist die sogenannte "Marmet-Massage". Der große Vorteil des Handausstreichens ist, dass es - im Gegensatz zu Milchpumpen - überall und jederzeit verfügbar ist. Es muss nichts zusammen- bzw. auseinandergeschraubt und anschließend gereinigt werden. Das Erlernen des Handaustreichens braucht allerdings eine gewisse Zeit und Übung. Um eine komplette Stillmahlzeit auszustreichen, sind 20-30 Minuten notwendig.

 

 

 

Pumpernährung, bindungsförderndes Flaschenfüttern an der nackten Brust
Pumpernährung, bindungsförderndes Flaschenfüttern an der nackten Brust

Das Zufüttern von Muttermilch an der Brust wird auch „Pumpstillen“ genannt. Pumpstillen bedeutet nicht, dass Milch abgepumpt und mit der Flasche gefüttert wird. Diese Art der Zufütterung ist besser als „Pumpernährung“ zu bezeichnen. Hierbei sollte bedacht werden, so hervorragend die Entscheidung für das Abpumpen ist, dass das Bedürfnis des Kindes, Mamas Brust, statt Gummi im Mund zu haben, dabei nicht gestillt wird. Wenn mit der Flasche gefüttert wird, kann als Ausgleich das Trost- und Beruhigungssaugen durchaus trotzdem an der Brust stattfinden. (Beziehungsstillen). Die gewonnene Milch kann dann entweder alternativ oder mit der Flasche, möglichst bindungsorientiert zugefüttert werden. Ist nur eine vorübergehende Zufütterung nötig, kann zusätzliche Nahrung mit dem Becher, FingerFeeder oder Löffel gefüttert werden.

Lassen Sie sich von einer Stillfachperson zeigen, wie Sie richtig abpumpen (die Gebrauchsanleitung alleine genügt nicht) und welche Pumpe für Sie geeignet ist. Nicht jede Pumpe passt zu jeder Frau, und es gibt Frauen die trotz reichhaltiger Milchbildung nur wenig abpumpen können, dafür evtl. sehr gut ihre Milch per Hand gewinnen. Wie oft man pumpt, hängt von der Zielsetzung des Pumpens ab. Handpumpen sind sehr praktisch, wenn man gelegentlich Milch abpumpen will. Die wiederholten Pumpbewegungen können für die Hände und Finger allerdings anstrengend sein. Für berufstätige Mütter, oder wenn das Kind wegen einer Erkrankung längere Zeit von der Mutter getrennt ist, sind vollautomatische elektrische Milchpumpen, bei denen beide Brüste gleichzeitig abgepumpt werden, die beste Wahl. Sie spart Zeit und die Milchproduktion erhöht sich schneller. Man kann sie bei spezialisierten Apotheken, Sanitätsgeschäften oder bei Stillorganisationen leihen oder kaufen.

 

 

Aufrechterhaltung der Milchproduktion während Ihr Baby im Krankenhaus ist

 

(Übersetzung in Arbeit!)

When your baby is admitted to The Children's Hospital of Philadelphia, you want to do everything you possible to maintain your milk supply for your baby. You want to know your baby will continue to receive your milk during the Hospital stay and after you and your baby return home. This may mean you will need to use a breast pump at times.
Whenever your child is not eating — whether because of illness, surgery, treatments or tests — you will need to pump your milk.

If your baby is allowed to eat while in the Hospital, you should be able to breastfeed when you are here. If you cannot be at the Hospital around the clock, you will need to pump at home to ensure you do not lose your milk supply. Your pumped milk can be fed to your baby when you are not at the Hospital.

If your baby has started breastfeeding before entering the Hospital, you should start a pumping schedule that matches your baby's usual feeding schedule. For instance, if your baby normally breastfeeds every 2-3 hours during the day and sleeps six hours at night; you should pump every 2-3 hours during the day with a 6-hour break at night.

If you need to increase your milk supply, you can pump more often.

Getting started

You may have never used a breast pump before your baby was admitted to the Hospital. Or you may have had a bad experience pumping with a poor quality pump. You will be happy to know that pumping with a hospital-quality electric breast pump can be an easy, pain-free experience.

Your child's nurse will give you a double pump kit so you can pump both breasts at the same time. The same kit can also be used for single pumping if you prefer, but remember that double pumping is a great time-saver and helps you make more milk.

The pump kit you receive will work with any of the Medela Symphony® electric pumps in the Hospital. You can pump at your baby's bedside or in any of the private pumping rooms located around the Hospital. For a list of locations and directions, see pump rooms.

For a step-by-step guide to pumping at the Hospital; information about how to collect, store and transport you milk; and details about sterilizing your pump kit, see pumping and storing your milk.

Tips for pumping

Stress can interfere with your milk let down. If your child is in the Hospital, you are certainly going to feel some stress and uncertainty. Here are some techniques that can help your pumping experience be more productive.

  • Think about your baby, look at photos, think happy thoughts and RELAX!
  • Drink plenty of fluids (same as if you were at home breastfeeding), and make sure you are eating three healthy meals a day.
  • High-calorie, healthy snacks are good if you can not fit in scheduled meals. Try dried fruits, nuts, cheese and crackers, granola bars, peanut butter and dried cereal.
  • If you are having problems getting your milk to let-down or producing milk, try putting warm washcloths on your breasts and massaging both breasts for five minutes before pumping.
  • You can work on relaxation techniques to help the milk flow. Try a warm drink, listening to music, watching TV or reading.
  • Try not to focus on pumping or on the amount of milk in the collection bottles.
  • If your supply is low, pumping more often will help to increase it. You can pump every 2-3 hours during the day and at least once at night. If your supply is low, you may consider renting a hospital-grade pump to help completely empty your breasts and increase your milk supply.
  • It may take several days for your supply to increase. Don’t be discouraged; it will happen.

Pumping at home

If you will be spending a lot of time at home pumping, you will probably want to rent an electric pump to keep at home. An electric pump works better than a small hand or battery-powered pump. We recommend electric pumps for maintaining your milk supply if your baby is not breastfeeding yet.

You can rent a breast pump from Children's Hospital, from the manufacturer or retail stores. Be sure to check with your insurance company; it may cover the cost of a pump while your child is in the Hospital. For details, see pump rentals.

 

Quelle: http://www.chop.edu/service/breastfeeding-and-lactation/breastfeeding-babies-with-special-needs/maintaining-your-milk-supply-while-baby-is-hospitalized

 

Infos zu Anästhesie und Stillen: 

http://www.afs-stillen.de/images/faltblaetter/mib_anaesthesie.pdf

 

Muttermilch abpumpen oder von Hand gewinnen

besonders Frühchen und kranke Babys profitieren von der Muttermilch!
besonders Frühchen und kranke Babys profitieren von der Muttermilch!

Wenn ein früh- oder neugeborenes Baby ausschließlich von abgepumpter Muttermilch ernährt werden soll, ist 8-12-maliges Pumpen an einem Tag erforderlich, also alle 2-3 Stunden (das ist circa so oft, wie Ihr Kind an der Brust trinken würde) und mindestens ein bis zwei Mal in der Nacht. Wenn sich die Milchproduktion in den ersten Wochen stabilisiert hat, ist 6-maliges Pumpen in der Regel ausreichend. Wenn die Milchproduktion nachlässt, sollte wieder häufiger (nicht länger!) gepumpt werden. Für die Aufrechterhaltung der Milchproduktion durch Pumpen alleine ist eine Gesamtpumpzeit von mind. 100 Minuten täglich nötig.

Durch häufige, regelmäßige Milchgewinnung per Hand oder Abpumpen, produziert Ihr Körper

durch die Stimulation der Brust so viel Muttermilch, dass normalerweise keine Zufütterung durch Flaschennahrung nötig ist. Wie beim Stillen, werden Stillhormone ausgeschüttet, die Ihre Gesundheit und die Bindung zu Ihrem Kind fördert. Auch wenn das Abpumpen anstrengend sein kann und zeitaufwändig ist (Zeit zum Pumpen und Zeit die abgepumpte Milch dann zu füttern), so lohnt es sich für Sie und die Gesundheit Ihres Kindes. Jeder Tropfen Muttermilch ist wichtig und gesund für Ihr Kind. Bitte kontaktieren Sie dafür eine kompetente Fachperson, mit der Sie das „Wie, Warum, Wie oft, Wo“ usw. auf Ihre persönliche Situation abstimmen können. Falls Sie merken, dass es für Sie zu anstrengend ist, können Sie, möglichst mit der Beratung einer Stillfachfrau die Milchgewinnung reduzieren und sehen, wie Sie damit zurechtkommen. Es gibt immer Höhen und Tiefen und man braucht viel Motivation und Durchhaltevermögen. Wenn Sie merken, dass es nicht geht, ist auch das in Ordnung, denn, wie gesagt, es muss ihnen insgesamt, unbedingt gut dabei gehen, damit Sie eine harmonische Mutter-Kind-Beziehung aufbauen und leben können.

 

Wichtig zu wissen: Wenn die Muttermilch nicht ausreicht oder wenn abgestillt wird, braucht das Kind eine Alternative. Das Wohl des Kindes muss immer im Fordergrund stehen und eine ausreichende Ernährung gewährleistet sein.    

Power-pumping

je häufiger (nicht, je länger!) Sie pumpen, desto mehr Milch wird gebildet.
je häufiger (nicht, je länger!) Sie pumpen, desto mehr Milch wird gebildet.

Eine sehr effektive Methode, um die Milchproduktion noch mehr anzuregen und die Brust ausreichend zu stimulieren ist das POWERPUMPEN. Diese Methode ist besonders Frauen zu empfehlen, die von ihrem Baby getrennt sind. Auch, wenn das Babys zunächst noch sehr kleine Mengen braucht, sollten Sie auf Vorrat pumpen! Die überschüssige Muttermilch wird eingefroren.  

Sie sollten für die nächsten sechs Monate täglich (in 24 Stunden) auf 700-800 ml oder mehr kommen! So wird die Milchproduktion optimal stimuliert und auch für die kommenden Monate aufrecht erhalten. Viele Mütter schaffen es nicht ausreichend Milch zu haben, sobald ihr Frühgeborenes oder krankens Kind aus dem Krankenhaus ist. Mit dieser effektiven Methode wird dem vorgebeugt!

 

 

Pumpplan 1: JEDE Stunde 10 Minuten während des Tages (bis zu 120 Minuten am Tage) an beiden Brüsten.

ODER

Pumpplan 2: 10 Minuten abpumpen, nach 20-30 Minuten wieder 10 Minuten pumpen, dann eine 1,5 std. Pause und das Prozedere wiederholden. 

 

Quelle: http://newborns.stanford.edu/Breastfeeding/MaxProduction.html~~V

Still-Tagebuch

Vielleicht finden Sie es in der ersten Zeit nach der Geburt hilfreich, wenn Sie sich notieren, wann Sie Ihr Baby gestillt haben, ob es Urin oder Stuhlgang hatte. 

 

Still hints

  • Massieren Sie Ihre Brust, vor und während des Stillens oder Pumpens.
  • Wenn Sie Ihr Baby nur an einer Brust stillen, oder Sie das Gefühl haben, dass es nicht ausreichend an beiden Brüsten getrunken hat, pumpen Sie nach dem Stillen ab. 
  • Wenn Ihr Baby nach dem Stillen noch zugefüttert wird, pumpen Sie Ihre Brüste danach ab, damit Ihre eigene Milchproduktion ausreichend angeregt wird (und die Zufütterung mit Ihrer Muttermilch geschehen kann)
  • Erlauben Sie Ihrem Baby, wenn möglich, solange an beiden Brüsten zu trinken, wie es möchte und erst die 2. Brust anzubieten, wenn es die erste von selbst losgelassen hat.
  • Nicht alle Baby trinken zu jeder Mahlzeit an beiden Brüsten.
  • Es ist normal, wenn Ihr Baby in der ersten Zeit und während Wachstumsschüben mehrmals in der Stunde an die Brust möchte. Durch die Stimulation des Saugens wird die Milchproduktion angeregt!
  • Ihr Baby wird ungefähr nach dem 5. Lebenstag 8-12 Mal (und mehr!) in 24 Stunden stillen, sollte 4-6 nasse Windeln und 3-4 gelbliche Stühle am Tag haben. 
     

Tag: _________________________________________ 
Erinnerungsvermerk der täglichen Mahlzeiten in jeder Kolonne  

Tageszeit  rechte Brust gestillt linke Brust gestillt nasse Windeln Stuhlgang
(Farbe des Stuhls)
Andere Notizen
(z.B Menge der gepumpten Milch und Zufütterung, etc.)
Mitternacht          
1.00          
2.00          
3.00          
4.00          
5.00          
6.00          
7.00          
8.00          
9.00          
10.00          
11.00          
12.00          
13.00          
14.00          
15.00          
16.00          
17.00          
18.00          
19.00          
20.00          
21.00          
22.00          
23.00          
TOTAL          

 

Das Still-Tagebuch können Sie in englischer Sprache als PDF auch hier herunterladen:

http://www.chop.edu/export/download/pdfs/articles/breastfeeding-and-lactation/breastfeeding-diary.pdf 

Schnuller für Frühgeborene und kranke Kinder

Frühgeborene und kranke Kinder, die ohne ihre Mutter im Krankenhaus liegen, brauchen die Möglichkeit des Trostsaugens, denn das Wohlgefühl wird gefördert und Stress abgebaut. In diesem Fall ist der Schnuller ein wichtiges therapeutisches Mittel, das nicht fehlen darf!